Wiener Börse verliert nach Rallye – Iran-Konflikt treibt Öl und Volatilität

27.03.2026


Die Wiener Börse hat nach einer kräftigen Vortagesrallye wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der Leitindex ATX schloss am Donnerstag 0,70 Prozent tiefer bei 5.366,90 Punkten, nachdem er tags zuvor noch um deutliche 2,58 Prozent auf 5.404,63 Zähler zugelegt hatte. Am Mittwoch hatten Hoffnungen auf Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Krieges die Kurse in Wien und an den europäischen Börsen nach oben getrieben – am Donnerstag dominierten dagegen Gewinnmitnahmen und neue Konjunktursorgen.

Belastet wurde das Sentiment vor allem von erneut merklich steigenden Ölpreisen. Diese schürten unter Investoren die Furcht vor anhaltendem Inflationsdruck und möglichen Belastungen für das Wirtschaftswachstum. Die Schlagzeilen zum Nahost-Krieg sorgten laut Analysten der Helaba weiter für ein „Wechselbad der Gefühle“ an den Finanzmärkten. Phasen der Hoffnung und Zuversicht würden sich mit Zeiten der Ernüchterung und Sorgen abwechseln, die Volatilität und Unsicherheit dürften in den kommenden Tagen und Wochen erhöht bleiben, hieß es in einem Tagesausblick.

Im Blickpunkt stand in Wien die Vorlage der Geschäftszahlen von Porr. Der Baukonzern steigerte seinen Gewinn im Jahr 2025 auf 136,7 Millionen Euro, ein Plus von 25,6 Prozent gegenüber 2024. Der Umsatz legte um 1,7 Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang kletterte um 14,1 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Trotz dieser Verbesserungen schloss die Porr-Aktie 1,6 Prozent im Minus. Analysten der Erste Group werteten die Ergebnisse als weitgehend im Rahmen der Erwartungen, da zentrale Kennzahlen bereits vorläufig veröffentlicht worden waren. Das Management blickt auf das laufende Jahr 2026 zuversichtlich und sieht sich gegen steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges vorerst preislich abgesichert, warnt jedoch vor möglichen Auswirkungen eines längeren Konflikts auf die Materialpreise.

Deutlich unter Druck gerieten Technologiewerte. Die Titel des Leiterplattenherstellers AT&S gaben um 4,7 Prozent nach, nachdem sie am Vortag in einem starken Technologiesektor noch um mehr als elf Prozent gestiegen waren. Bereits zur Wochenmitte hatte die Wiener Börse neben Porr von kräftigen Kursaufschlägen bei AT&S (+11,58 Prozent auf 55,40 Euro), Lenzing (+6,02 Prozent) und Frequentis (+5,37 Prozent) profitiert, während unter anderem Flughafen Wien, Telekom Austria und UBM Development schwächer tendierten. Das Auf und Ab quer durch die Sektoren spiegelt den von geopolitischen Schlagzeilen, Ölpreissprüngen und Zins- wie Inflationssorgen geprägten Markt wider.

QS Subject Ranking 2026: Kunst, Agrar und Architektur als Aushängeschilder

27.03.2026


Österreichs Hochschulen haben im aktuellen „QS World University Ranking by Subject“ ihre internationale Sichtbarkeit deutlich untermauert. Acht Universitäten des Landes wurden in mindestens einem der 55 bewerteten Fachgebiete unter die weltweit besten 50 gereiht. Besonders hervor sticht wie in den Vorjahren die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), die in den Darstellenden Künsten Rang sechs erreicht und damit das beste heimische Ergebnis liefert. Die meisten Top-50-Nennungen entfielen erneut auf die Universität Wien, die in sieben Fächern vorne mitmischt.

Die britische Agentur Quacquarelli Symonds (QS) erhebt für ihr Fächerranking jährlich die Reputation der jeweiligen Disziplinen bei Wissenschafterinnen und Wissenschaftern sowie bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Zusätzlich fließen Zitierungen wissenschaftlicher Publikationen aus der Elsevier-Scopus-Datenbank in die Bewertung ein, ebenso wie die Intensität von Forschungspartnerschaften mit anderen Hochschulen. Das Ergebnis soll ein kombiniertes Bild aus akademischem Ansehen, Forschungsleistung und Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen zeichnen.

Unter den heimischen Kunstuniversitäten schaffen es 2026 gleich drei Einrichtungen in die globale Spitzengruppe. In den Darstellenden Künsten rangiert neben der mdw auch das Mozarteum in Salzburg in den Top 50, auf Platz 17. In der Kategorie Musik belegt die mdw Rang 19, das Mozarteum wird im Band der Plätze 26 bis 50 geführt. Erstmals gelingt der Akademie der bildenden Künste Wien der Sprung in die oberste Liga: Im Fach Kunst und Design erreicht sie Rang 26. Damit festigen die spezialisierten Kunststandorte ihre Rolle als internationale Aushängeschilder des österreichischen Hochschulsektors.

Die Universität Wien positioniert sich vor allem über die Breite ihres Fächerspektrums in der Spitzengruppe. Am besten gereiht sind die Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Rang 13 weltweit. Weitere Top-50-Platzierungen gibt es in Theologie (22), Anthropologie (34), Geografie (35), Archäologie (36), Philosophie (49) und Geschichte (50). Jenseits der Geistes- und Sozialwissenschaften treten weitere spezialisierte Institutionen hervor: Die Universität für Veterinärmedizin erreicht Rang 27, die Universität für Bodenkultur (Boku) kommt im Fach Agrar- und Forstwirtschaft auf Platz 30. Die Technische Universität Wien wird im Fach Architektur auf Rang 44 geführt, während die in Wien ansässige Central European University (CEU) in den Politikwissenschaften Rang 45 belegt.

Die Ergebnisse unterstreichen die starke Position österreichischer Hochschulen in klar umrissenen Fachdomänen – von Kunst und Musik über Medien und Theologie bis hin zu Veterinärmedizin, Agrarwissenschaften, Architektur und Politikwissenschaft. In einem global intensiv umkämpften Hochschulmarkt stärken die Platzierungen die internationale Sichtbarkeit des Standorts, ohne dass es sich um eine flächendeckende Dominanz handelt: Die Spitzenleistungen konzentrieren sich auf ausgewählte Nischen, in denen heimische Universitäten traditionell hohe Expertise aufgebaut haben.