DEN HAAG, Niederlande, 8. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Die Roma Identity & Archive Infrastructure wurde in Den Haag als administrative Lösung für Roma vorgestellt, die ihre Identität, Herkunft oder Familiengeschichte aufgrund des Fehlens erforderlicher Quelldokumente nicht hinreichend nachweisen können. Die Infrastruktur wird von der Roma Intelligence & Administration Agency (RIAA) in Zusammenarbeit mit Royal Joh. Enschedé weiter ausgebaut. Die Botschaft der Vereinigten Roma-Stämme unterstützt die institutionelle, diplomatische und internationale Entwicklung des Ökosystems.
Die erste Umsetzung in den Niederlanden konzentriert sich auf Roma, die anhand bestehender staatlicher Verwaltungsunterlagen nicht ausreichend identifiziert werden können. Die RIAA erstellt ein solides Roma-Bevölkerungsregister, das es ermöglicht, die persönlichen Daten von Roma zu überprüfen und nach der Registrierung, Überprüfung und Archivierung offizielle Urkunden auszustellen.
Offizielle Regierungsbehörden, darunter die niederländischen Einwanderungs- und Identifizierungsbehörden, können diese Informationen nutzen, um Personen mit Roma-Herkunft zu identifizieren.
Das Fehlen einer zuverlässigen und soliden Erfassung der Roma-Bevölkerung stellt seit Jahrzehnten eine praktische Herausforderung dar, von der nicht nur die betroffenen Personen, sondern auch Regierungen und Identifizierungsbehörden betroffen sind.
Nach der Umsetzung in den Niederlanden besteht das Ziel darin, diese Methodik schrittweise Roma-Gemeinschaften weltweit und auch ausländischen Behörden zur Verfügung zu stellen, die für die Feststellung von Identität, Staatsangehörigkeit, Herkunft oder Familiengeschichte zuständig sind, darunter Einwanderungs- und Einbürgerungsbehörden, Identifizierungsbehörden, Botschaften, Konsulate und Standesämter. Langfristig soll die Infrastruktur Roma freiwillig zur Verfügung stehen, die ihre Identität, Familiengeschichte und ihr kulturelles Erbe dokumentieren, verifizieren und nachhaltig bewahren möchten.
Während der Veranstaltung im Grand Hotel Amrâth Kurhaus wurde das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Milutin Pavlovic, Teilnehmer am niederländischen Verifizierungsprogramm für Roma ohne Ausweisdokumente, beschrieb in der begleitenden Videodokumentation die persönlichen Auswirkungen:
„Jeder hat einen Reisepass oder ein Land, mit dem er sich identifiziert – ich jedoch nicht. Selbst nachdem ich nun schon fast fünfzig Jahre hier lebe, habe ich immer noch das Gefühl, auf der Suche zu sein. Gehöre ich wirklich hierher?"
Peter Jorna, Kulturanthropologe, stellte das Thema in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext:
„Ich glaube, wir leben in einer Welt und einer Zeit, in der Identität von enormer Bedeutung ist. Die Roma haben ihre eigene Identität, Kultur und ihre eigenen Werte, doch diese sind weitgehend unbekannt und verdienen es, besser verstanden zu werden."
Die digitale Umsetzung wurde von Niels Sondervan, einem technischen Spezialisten, vorgestellt, der betonte, dass zuverlässige Quellinformationen die Grundlage jedes Ausweisdokuments bilden:
„Ein Ausweisdokument ist letztlich das Dokument mit dem höchsten Vertrauenswert. Das Quelldokument bildet daher den Ausgangspunkt, der es Menschen ermöglicht, nachzuweisen: ‚Ich bin, wer ich bin.'
Die Erfassung wurde als kontrollierte Registrierung und Überprüfung von personenbezogenen Daten, biometrischen Daten und Quellinformationen beschrieben. Dadurch entsteht eine solide administrative Grundlage, die überprüfbar und zugänglich bleibt.
Als Vertreter von Royal Joh. Enschedé sprach Adriaan Kamphorst über Datenintegrität und sichere Dokumentenerstellung:
„Dies kann anderen Behörden helfen, zu überprüfen, ob die Person tatsächlich die im Dokument identifizierte Person ist und ob das Dokument selbst authentisch ist. Auf der Grundlage dieser Informationen kann anschließend ein weiteres Dokument, wie beispielsweise ein Reisepass oder ein Reisedokument, ausgestellt werden."
Im Anschluss an diese Präsentationen wurden die jeweiligen Zuständigkeiten innerhalb des institutionellen Ökosystems deutlich. Die RIAA ist für die Registrierung, die Erstellung von Akten und die Archivierung zuständig. Die Roma-Botschaft übernimmt Aufgaben in den Bereichen institutionelle Vertretung, kulturelle Kontinuität und Diplomatie.Royal Joh. Enschedé steuert Fachwissen im Bereich der digitalen Identität sowie zur technischen Umsetzung von Registrierung, Speicherung, digitaler Infrastruktur und sicherer Dokumentenerstellung bei.
In der nächsten Phase werden internationale, philanthropische und zivilgesellschaftliche Partner identifiziert, die bereits in Roma-Gemeinschaften, Identität, Dokumentation, Denkmalschutz, administrative Inklusion und nachhaltige Entwicklung investieren. Dazu gehören Programme und Fonds innerhalb oder im Umfeld der Vereinten Nationen (UN), der Europäischen Union (EU) und anderer Institutionen, deren bestehende Investitionen durch diese Infrastruktur gestärkt und nachhaltiger gestaltet werden können.
Auch das kulturelle Erbe war Teil des Programms. Maja Familics Gemäldesammlung „Roma-Frauen im Wandel der Epochen" wurde während der Veranstaltung ausgestellt. Zu den internationalen Teilnehmern und Interviewpartnern zählten Santino Spinelli, Adrian Gaspar und Janos Lang.Ebenfalls anwesend waren Justine Verhoog als Vertreterin der Stadtverwaltung von Den Haag sowie Dr. Raymund Schütz vom Stadtarchiv Den Haag. Die Paramici-Proklamation wurde offiziell von Hristiyan Mitkov verlesen.
In einem der Interviews wandte sich Sanja Mrdjan sowohl an die ältere als auch an die zukünftige Generation:
„Meine Botschaft an die ältere Generation lautet: Macht euch keine Sorgen! Wir sind stolz darauf, Roma zu sein! Und wir werden den Rest der Welt stolz darauf machen, dass es Roma gibt und auf alles, was wir tun, um einen Beitrag für die ganze Welt zu leisten."
Videolink 1: https://www.youtube.com/watch?v=X16etvtDHBc
Videolink 2: https://www.youtube.com/watch?v=UMJjHA4yzW0
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Der Asbest-Skandal rund um mehrere Steinbrüche im Burgenland entwickelt sich zu einer Milliardenbelastung für die öffentliche Hand. Nach einer neuen Berechnung der Umweltorganisation Greenpeace wird der materielle Schaden durch Entsorgung und Sanierung mindestens 1,6 Milliarden Euro betragen. Betroffen sind nicht nur das Burgenland, sondern auch Teile der Steiermark, Niederösterreichs sowie Gebiete in Ungarn, in die asbesthaltiges Material geliefert oder verbaut wurde.
Grundlage der Kostenschätzung ist die Annahme, dass seit 1990 rund 26 Millionen Tonnen asbesthaltiges Gestein aus vier Steinbrüchen abgebaut wurden. Greenpeace geht davon aus, dass etwa 20 Millionen Tonnen kurz- oder langfristig auf Asbestdeponien landen werden, während der Rest als Straßenunterbau, Fundamente oder in privaten Gärten in der Umwelt verbleibt und kaum mehr rückholbar ist. Rund 20 Prozent des Abfalls sollen in Form von asbesthaltigem Asphalt anfallen, dessen Deponierung besonders aufwendig ist und künftige Straßensanierungen über Jahrzehnte verteuern dürfte.
Mindestens drei Viertel der veranschlagten 1,6 Milliarden Euro entfallen laut Greenpeace auf die Entsorgung des Materials, der Rest auf Sanierungen. Für die Rechnung wurde ein Entsorgungspreis von lediglich 50 Euro je Tonne angesetzt – etwa die Hälfte des vor Bekanntwerden des Skandals üblichen Marktpreises. Diese Kalkulation sei nur zu halten, wenn rasch neue, sichere und kostengünstige Deponien errichtet werden, etwa in bereits geschlossenen Steinbrüchen, argumentiert Greenpeace. Andernfalls könnten sich die Gesamtkosten nach Einschätzung der Organisation auf mindestens das Doppelte erhöhen.
Die von Greenpeace genannten Summen übersteigen die Umsätze der betroffenen Steinbruchbetreiber deutlich und dürften auch die finanziellen Möglichkeiten des Landes Burgenland überfordern. Die Umweltorganisation drängt daher auf ein Eingreifen des Bundes und fordert, Mittel aus der Katastrophenhilfe bereitzustellen und einen Rahmen für eine kostengünstige Entsorgung zu schaffen. Zugleich verweist sie auf die Verantwortung des zuständigen Umweltministers, für ausreichend Deponiekapazitäten zu sorgen, um Kostenrisiken zu begrenzen und die logistisch aufwendige Räumung der asbestbelasteten Materialien langfristig planbar zu machen.