Die jüngste Rede von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg hat die zarte Erholung an den deutschen Aktienmärkten abrupt gestoppt. Nach drei positiven Handelstagen wird der Dax erneut unterhalb der Marke von 23.000 Punkten gehandelt beziehungsweise erwartet. Vor dem langen Osterwochenende reduzieren Investoren ihre Engagements deutlich: Am Terminmarkt wurde der Leitindex am Morgen rund 1,9 Prozent tiefer auf 22.860 Punkte taxiert, im frühen Xetra-Handel fiel er zeitweise um 1,6 Prozent auf 22.936 Punkte.
Auslöser der neuen Verkaufswelle sind verschärfte Drohungen Washingtons im Konflikt mit dem Iran. Trump stellte in seiner Ansprache zwar erneut ein mögliches Ende des Krieges in Aussicht, bekräftigte jedoch zugleich frühere Ankündigungen weiterer Angriffe. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele im Iran „sehr bald“ zu erreichen, sagte er. Bis dahin werde es weitere heftige Angriffe geben, potenziell auch gegen Kraftwerke des Landes. Marktbeobachter wie Thomas Altmann von QC Partners verweisen darauf, dass die Börsen gerade begonnen hatten, eine friedlichere Perspektive einzupreisen – diese Hoffnung sei durch die neuen Signale aus dem Weißen Haus wieder zunichtegemacht worden.
Zusätzliche Nervosität löst das von Trump verlängerte Ultimatum an Teheran aus. Am Montag, dem 6. April, läuft die Frist zur Zerstörung von Energieanlagen im Iran ab, mit der die US-Regierung die Öffnung der Straße von Hormus erzwingen will. Die Meerenge gilt als zentrale Route für den globalen Ölhandel, jede Unsicherheit über ihre Zugänglichkeit schlägt rasch auf die Ölpreise durch. Nach einem deutlichen Preisanstieg am Energiemarkt reagieren Aktienanleger weltweit mit erhöhter Vorsicht, da steigende Energiekosten und das Risiko einer weiteren Eskalation die Konjunktur und Unternehmensgewinne belasten könnten.
Die Risikoaversion zeigt sich nicht nur im Dax. Der MDax mittelgroßer deutscher Unternehmen gab um 2,2 Prozent auf 28.570 Punkte nach, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 1,8 Prozent. Viele Marktteilnehmer nutzen die bevorstehenden Feiertage, um Positionen abzubauen und sich vor möglichen Überraschungen im weiteren Verlauf des Iran-Konflikts abzusichern. Die Reaktionen unterstreichen, wie eng geopolitische Entwicklungen, Ölpreisbewegungen und die Bewertung der Aktienmärkte miteinander verflochten sind.

Ein entgleister Güterzug hat am Freitagnachmittag den Schienenverkehr auf der Brennerstrecke weitgehend zum Erliegen gebracht. Beim Verlassen des Bahnhofs Brenner auf italienischer Seite sprangen kurz vor 15 Uhr mehrere Waggons eines leeren Güterzugs bei einer Weiche aus den Schienen. In der Folge wurde der Abschnitt zwischen Brenner und Steinach am Brenner komplett gesperrt, wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mitteilten. Die Brennerbahn zählt zu den meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindungen im Alpenraum und ist für den Transitverkehr zwischen Italien, Österreich und Deutschland von zentraler Bedeutung.
Die Einschränkungen betreffen sowohl den Nah- als auch den Fernverkehr. Für Fernverkehrszüge wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen dem Bahnhof Brenner und dem Innsbrucker Hauptbahnhof eingerichtet. Im S-Bahn- und Regionalverkehr verkehren Busse zwischen Steinach am Brenner und dem Bahnhof Brenner. Auf italienischer Seite werden Züge aus Richtung Süden – etwa aus Venedig und Südtirol – nach Franzensfeste umgeleitet, wo Busse zur Weiterfahrt bereitstehen sollen. Züge in Richtung München sind von der Sperre mitbetroffen; sie wurden zunächst in Sterzing gestoppt und werden nun über Franzensfeste abgewickelt.
Reisende müssen sich auf zum Teil deutliche Verzögerungen einstellen. Die ÖBB empfehlen, bis zu 30 Minuten zusätzliche Reisezeit auf der Brennerstrecke einzuplanen, im Inntal waren am Freitag zeitweise sogar bis zu zwei Stunden Verzögerung möglich. Dort kam es zwischen Zirl und Telfs-Pfaffenhofen aufgrund eines Rettungseinsatzes ebenfalls zu einer mehrstündigen Sperre mit Ausfällen und Verspätungen. Nach Angaben der ÖBB wurden im Zusammenhang mit der Entgleisung am Brenner keine Fahrgäste zurückgelassen; größere Probleme im Ersatzverkehr seien nicht bekannt geworden. Aktuelle Informationen stellt das Unternehmen über seine Website und die ÖBB-Scotty-App bereit.
Wie lange die Brennerstrecke voll gesperrt bleibt, war zunächst offen. Am Freitagabend gingen die ÖBB davon aus, dass die wichtige Alpenquerung „voraussichtlich im Laufe des Samstages“ wieder freigegeben werden kann. Bis dahin bleibt der Abschnitt zwischen Brenner und Steinach für den Zugverkehr blockiert. Die regionalen Regio-Züge der Betreiber Trenitalia und SAD südlich des Grenzbahnhofs Brenner sind laut Angaben vor Ort nicht von der Sperre betroffen und verkehren planmäßig Richtung Süden. Die Ursachen für die Entgleisung des Güterzugs wurden in den Mitteilungen nicht näher ausgeführt.