
In Hainburg an der Donau ist am Montag der Spatenstich für den Europacampus erfolgt, ein als Leuchtturmprojekt bezeichnetes Bildungs- und Forschungszentrum des Landes Niederösterreich. Auf dem Areal der ehemaligen Marc-Aurel-Kaserne entsteht in Kooperation mit der Technischen Universität Wien und der University of Applied Sciences St. Pölten ein international ausgerichteter Campus mit Schwerpunkt auf Green Technologies, nachhaltigen Innovationen und angewandter Wissenschaft. Die Eröffnung ist für Sommer 2028 geplant.
In die Errichtung des Campus fließen laut den Verantwortlichen zwischen 90 und 100 Millionen Euro, getragen von privaten Investoren. Das Land Niederösterreich steuert zusätzlich 19 Millionen Euro für die Ausstattung der Forschungslabore bei und will auch den laufenden Betrieb finanziell unterstützen. Ziel ist es, einen neuen Wissensstandort zu etablieren und Niederösterreich stärker als innovations- und forschungsorientierte Region in Europa zu positionieren.
Am Standort sollen künftig rund 480 Studierende ausgebildet werden, zudem sind etwa 200 Arbeitsplätze in der Forschung vorgesehen. Geforscht werden soll an zentralen Zukunftsthemen, insbesondere an grünen Technologien und Konzepten für intelligente Regionen. Die Projektpartner verweisen darauf, dass nicht nur abstrakte Wissenschaft betrieben werden soll, sondern konkrete Lösungen für den Alltag entwickelt werden sollen.
Die Landesregierung sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein, um Talente anzuziehen und Know-how in der Region zu halten. Vertreter von TU Wien und FH St. Pölten betonen die starke europäische Vernetzung des Vorhabens, die dem Campus zusätzliche Impulse geben und ihn zu einem Ausgangspunkt zukunftsweisender Entwicklungen machen soll. Mit dem Bau, der den ehemaligen Militärstandort in einen Bildungscampus transformiert, will Hainburg seine Rolle als regionaler Innovationsknoten deutlich ausbauen.

Im Skandal um mit dem Toxin Cereulid verunreinigte Babynahrung hat die Konsumentenschutzorganisation Foodwatch in Österreich Strafanzeige gegen Nestlé und Danone eingebracht. Die Anzeige ging bei der Staatsanwaltschaft Wien ein und richtet sich gegen die österreichischen Ableger der beiden Konzerne. Im Raum steht der Verdacht, dass die Unternehmen die Öffentlichkeit zu spät über kontaminierte Produkte informiert und damit Säuglinge einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt haben könnten.
Foodwatch spricht von möglichen Verstößen gegen lebensmittelrechtliche Vorgaben. Konkret geht es um den Verdacht des Inverkehrbringens gesundheitsgefährdender Lebensmittel sowie um mögliche Körperverletzung durch Unterlassung. Sieben betroffene Familien haben sich der Strafanzeige angeschlossen; ihre Kinder zeigten nach dem Konsum der Babynahrung Symptome wie Erbrechen und Durchfall, einige mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben der Organisation melden sich laufend weitere Eltern mit Verdachtsfällen.
Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden den österreichischen Behörden mit Stand 12. März insgesamt 14 Erkrankungsfälle im Zusammenhang mit dem Toxin Cereulid gemeldet. Drei Fälle gelten als bestätigt, elf als wahrscheinlich. Betroffen waren Kinder im Alter zwischen zwei Wochen und drei Jahren; nach Behördenangaben sind sie inzwischen alle wieder genesen. Foodwatch verweist darüber hinaus auf mindestens 76 Kinder, die Symptome entwickelt haben sollen. Seit Anfang Februar gilt in Wien für bestimmte Produkte ein Verkaufsstopp.
Im Zentrum der Kritik steht die Frage, ob die Hersteller ihren Informationspflichten rechtzeitig nachgekommen sind. Nach geltender Rechtslage tragen Unternehmen die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Lebensmittel und müssen bei erkannten Risiken unverzüglich die Behörden informieren und Rückrufe einleiten. Foodwatch betont, dass bei Säuglingsnahrung keinerlei Spielraum für Verzögerungen bestehe. Der Fall hat längst eine internationale Dimension: Seit Dezember wurden betroffene Produkte nach Angaben der Organisation weltweit in mehr als 60 Länder geliefert. Weitere rechtliche Schritte in Bezug auf mögliche Schäden bei Betroffenen werden von Foodwatch derzeit geprüft.