
BMW treibt die Automatisierung seiner Werke mit einem Pilotprojekt für humanoide Roboter voran. In der Fabrik in Leipzig testet der Autobauer menschenähnliche Roboter des Schweizer Unternehmens Hexagon, um deren Einsatz unter realen Produktionsbedingungen zu erproben. Nach Laborversuchen und ersten Tests läuft dort nun eine Pilotphase, die laut Unternehmensangaben als erste dieser Art in Europa gilt und auf einen späteren breiteren Einsatz in der Produktion abzielt.
Im Fokus steht zunächst die Batteriefertigung für Elektrofahrzeuge. In der Batteriemontage lernen die Roboter den Umgang mit Bauteilen für Hochvoltspeicher, also den Antriebsbatterien von Elektroautos. Beschäftigte bringen den Systemen die erforderlichen Bewegungsabläufe Schritt für Schritt bei. "Das Schöne ist, wenn wir es einem Roboter beigebracht haben, können es alle", sagte Michael Ströbel, Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung in der Produktion. Anders als bei Menschen müsse eine neue Tätigkeit nicht jedem einzelnen Roboter separat vermittelt werden.
Parallel dazu erprobt BMW die Technologie in der Qualitätskontrolle und der Komponentenfertigung. Dort übernehmen die humanoiden Roboter Aufgaben, die bislang von Beschäftigten erledigt wurden, etwa das Scannen von Fahrzeugkarosserien auf Abweichungen und mögliche Fehler. Das Ziel ist, monotone, ergonomisch belastende oder sicherheitskritische Tätigkeiten zu automatisieren und die Beschäftigten zu entlasten, ohne sie zu ersetzen.
Werkleiterin Petra Peterhänsel betonte, der Einsatz der neuen Technik werde nicht zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen. Mitarbeitende müssten sich demnach keine Sorgen machen, dass humanoide Roboter Stellen ersetzen; sie sollen stattdessen andere Aufgaben im Werk übernehmen. BMW testet die Technologie in Leipzig bereits seit Ende vergangenen Jahres. Die laufende Pilotphase unter Produktionsbedingungen soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, anschließend will der Konzern die gewonnenen Erkenntnisse schrittweise auf weitere Anwendungen und Standorte übertragen.

Das Thermenresort Loipersdorf in der Südoststeiermark stellt seine Eigentümer- und Managementstruktur neu auf. Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) will bei der Betreibergesellschaft einsteigen und künftig das operative Management der Therme, des Congress Loipersdorf sowie des angeschlossenen Hotels „Das Sonnreich“ übernehmen. Der Einstieg steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung, das entsprechende Verfahren läuft noch.
Im Zuge der Neuordnung soll das Resort künftig drei gleichberechtigte Eigentümer haben: Die bisherige Alleineigentümerin Granit Holding, die Merkur Versicherung und die FMTG sollen jeweils ein Drittel der Anteile halten. Merkur und FMTG erwerben dafür wesentliche Beteiligungen, Granit gibt Anteile ab. Die Partner sprechen von einer strategischen Zusammenarbeit mit dem Ziel, den traditionsreichen Standort langfristig weiterzuentwickeln und seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Betreiber verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der „Ur-Therme“ für die Region und das vorhandene Wachstumspotenzial. 2025 zählte Loipersdorf nach Angaben der Eigentümer 477.583 Gäste, knapp 20.000 mehr als im Jahr davor. Für Merkur und Granit ist der Einstieg von Falkensteiner ein Hebel, um gezielt in das Herzstück der steirischen Thermenlandschaft zu investieren, die Attraktivität des Standorts auszubauen und zusätzliche Wertschöpfung sowie Beschäftigung in der Region zu generieren.
Für Falkensteiner steht nach eigenen Angaben insbesondere das große Entwicklungspotenzial des Resorts im Fokus. Themen wie Gesundheit, Prävention, Regeneration und ganzheitliches Wohlbefinden würden für Gäste an Bedeutung gewinnen, heißt es aus dem Unternehmen. Das derzeit als „Das Sonnreich“ geführte Hotel soll in den kommenden Jahren schrittweise weiterentwickelt werden und ab 2027 als „4 Sterne Superior Falkensteiner Hotel Loipersdorf“ firmieren. Die Partner wollen die internationale Expertise der Gruppe nutzen, um dem Standort neue Impulse zu geben, ohne dabei die gewachsene Rolle Loipersdorfs innerhalb der steirischen Thermenregion in Frage zu stellen.