
Der deutsche Markt für E-Zigaretten wird zunehmend von illegalen Produkten überschwemmt. Während der legale Umsatz 2025 auf rund 2,4 Milliarden Euro anstieg, stammen nach Branchenschätzungen bis zu 40 Prozent der konsumierten Vapes aus illegalen Quellen, mit steigender Tendenz. Jan Mücke, Geschäftsführer des Branchenverbandes BVTE, warnt vor den Ausmaßen des Problems: "Bis zu 40 Prozent der hier konsumierten Vapes kommen aus illegalen Quellen, Tendenz steigend." Mehrere Studien der vergangenen Monate bestätigen diese Entwicklung.
Die zuständigen Behörden räumen ein, der Lage kaum noch Herr zu werden. "Als Zoll müssen wir vor illegalen Tabak- und Nikotinprodukten mehr oder minder kapitulieren, weil die Masse so groß ist", sagte Thomas Liebel, Bundesvorsitzender der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft. Der illegale Markt wachse "in einem schwindelerregenden Tempo". Untersuchungen im Auftrag des BVTE zeigen, dass bei 60 kontrollierten Verkaufsstellen zehn illegale Produkte im Sortiment führten - etwa jede sechste Stelle.
Rund 90 Prozent der illegalen Ware stammen aus China und gelangen in gewöhnlichen Postpaketen nach Europa. Täglich erreichen zwölf Millionen Sendungen EU-weit die Grenzen. Die geschmuggelten Produkte bieten bis zu 25.000 Züge pro Gerät, während in Deutschland legal verkaufte Einweg-Vapes auf 1.000 Züge begrenzt sind. Rico Back vom Beratungsunternehmen SKR ordnet die Dimension ein: "Was wie harmlose Sendungen aussieht, summiert sich zu einem milliardenschweren Schattenmarkt." Die Gewinnspannen für die Hintermänner seien enorm, das Risiko aufzufliegen dagegen gering.
Ein geplantes Verbot von Menthol und weiteren Inhaltsstoffen durch die Bundesregierung könnte die Situation weiter verschärfen. Sollte dieses tatsächlich kommen, könnte sich der Schwarzmarkt-Anteil bis 2030 verdoppeln, warnt der BVTE. Grund dafür sei, dass viele Konsumenten auf illegale Kanäle ausweichen würden, um die Menthol-Produkte weiterhin zu bekommen. Der prozentuale Anstieg wäre besonders heftig, da die Nachfrage nach E-Zigaretten insgesamt weiter wächst - Vaping ist im Trend, die Nutzung steigt Jahr für Jahr.

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) sieht sich nach einem gemeinsamen Großprojekt mit der Signa-Unternehmensgruppe mit deutlichen finanziellen Belastungen konfrontiert. Wie aus einem aktuellen Bericht des Rechnungshofs hervorgeht, haben sich die Errichtungskosten für das Immobilienprojekt Vienna Twentytwo im 22. Wiener Gemeindebezirk nahezu verdoppelt und liegen inzwischen bei rund 412 Millionen Euro. Die ursprünglich kalkulierte Rendite von 6,97 Prozent sank in der Folge laut Bericht auf nur noch 1,46 Prozent.
Vienna Twentytwo wurde von der BIG-Tochter Austrian Real Estate Development (ARE Development) gemeinsam mit der Signa-Tochter Forum Donaustadt Holding entwickelt. Für die Umsetzung des Vorhabens wurden 16 eigene Projektgesellschaften gegründet, an denen ARE jeweils 49 Prozent und Signa 51 Prozent hielt. Der Projektstart datiert auf das Jahr 2016, die Fertigstellung war für 2022 vorgesehen. Die Partnerschaft wurde jedoch von Unstimmigkeiten begleitet und schließlich im Jänner 2024 beendet.
Der Rechnungshof kritisiert insbesondere das Risikomanagement zu Beginn der Kooperation. Zwar lagen der ARE nach eigenen Angaben bereits 2016 Unterlagen vor, die Signa als wirtschaftlich und technisch fähigen Partner auswiesen, eine standardisierte Risikobeurteilung wurde jedoch nicht vorgenommen. Bei längerfristigen Geschäftsbeziehungen müsse diese „streng und umfassend“ ausfallen, heißt es in dem Bericht. Hintergrund ist die Gefahr, dass bei einer möglichen Insolvenz des privaten Partners das gesamte Projektrisiko auf den öffentlichen Partner übergehen kann.
Zu den wesentlichen Kostentreibern zählten laut Rechnungshof Verzögerungen bei der Bauzeit, Baupreissteigerungen sowie eine mangelhafte Planungs- und Ausschreibungsqualität, die die Finanzierungskosten in die Höhe trieben. Diese hätten sich in der Folge etwa verdoppelt. Die ARE verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass sie zwei Jahre nach Projektbeginn eine standardisierte Prüfung von Projektpartnern eingeführt habe. Mittlerweile sei dieses Verfahren weiter verschärft worden, unter anderem durch eine vertiefende Prüfung, um ähnliche Risiken bei künftigen Public-Private-Partnerships besser zu kontrollieren.